Nur in aller Kürze

"Urlaub muss auch mal sein -Teil 2" in Arbeit!
Diesmal mit Benita :)

9. September 2010

Jornada de Prevencion de la Violencia Infantil -- Kindesgewaltvorbeugeveranstaltung.

Vallarta, ist ein Hotelbesiedelter Touristenort am Meer.
Am Freitag sind wir angekommen. Wir, 17 Frauen und Kinder der Selbsthilfegruppe, 10 Freiwillige und Carlos. Und natürlich ganz viele andere Leute wie Freunde des Colegios und die Konferenzisten.
Wir hatten für unser Team einen Bus, Privatfahrzeuge und ein Flugzeug.
Die Leute der Selbsthilfegruppe sollten eigentlich zelten, aber da es dann doch weniger waren als erwartet, konnten wir sie gratis in einem 4 Sterne Hotel unterbringen. Für die meisten von ihnen eine einmalige Gelegenheit.
Wir waren erst um 12 Uhr nachts in unserem Hotel, weil vorher noch so einiges organisiert werden musste.
Am Samstag war die Jornada. Jornada bedeutet sowas wie Tagesveranstaltung.
Um 10 sollte es losgehen. Um 9.30 wurde endlich der Raum frei.
Aber der musste natürlich erst noch geputzt und umgestaltet werden.
Meine Aufgabe war es, mich um die Referenten zu kümmern. Ich hätte gerne vorher gewusst, was ich genau tun muss, dann hätte ich mir zumindest die Namen beschafft...
Mehr als 500 Erwachsene sind gekommen um die Verantstaltung über sexuellen Missbrauch und häuslicher Gewalt mit allen Konsequenzen zu erleben.
Die dazugehörigen 200-300 Kinder wurden in der Nebenhalle des Hotels Sheraton von Pfadfindern beaufsichtigt.
Kaffee und Kekse gabs die ganze Zeit über, für die Kinder Frühstück und für alle zusammen Mittagessen.
Und das alles gratis.
Spenden haben das alles möglich gemacht: Hotels, Essen, Arbeitskraft und besonders lecker: Cookies.
Ich konnte nicht alle Vorträge hören, aber es war wirklich gut.
Zum Schluss haben wir die Kinder auf die Bühne geholt, ein kitschiges Lied laufen lassen und die Eltern hatten fast Tränen in den Augen.

Die dunkle Seite des Wochenendes.
Interner Stress. Alle Mitarbeiter haben eine problematische Vergangenheit. "Normal" ist also niemand. Unsere 10 Freiwilligen waren also das grösste Problem. Der Auftrag: Ein Junge (23) von einem Mädchen (16 o. 17) trennen, die sonst vielleicht zusammen kommen könnten und was laut Psychologe für keinen von beiden gut wäre.
Also haben wir unsere Zeit und Nerven damit verbracht auf die Helfer aufzupassen, die natürlich -und ehrlich gesagt verständlicherweise- ganz und gar nicht verstanden haben warum sie so betont getrennt leben sollten.
Alle waren sauer, beleidigt, zickig, bockig, kindisch und unkooperativ.
Ich habe mich da rausgehalten, weil ichs wirklich albern und auch pädagogisch falsch finde in einer solchen Stresssituation mit dem Event usw auch noch die eigenen Leute zu vergraulen.

Ich hatte glücklicherweisedie Möglichkeit mit einem Hotelbesitzer, der uns viele der Hotelaufenthalte gesponsert hat, in seinem Privatflugzeug zurückzufliegen, sodass ich mir nicht den Stress im Bus mit den anderen Freiwilligen antun musste (ich mag sie übrigens eigentlich überwiegend). Ausserdem konnte ich mir die kurvige Urwaldstrasse ersparen, die zwar schön anzusehen ist, aber die habe ich jetzt auch schon oft genug gesehen. Hinterher habe ich dann erfahren, dass auch noch eine Strasse gesperrt war, sodass ich wirklich Glück hatte einfach alles zu überfliegen.
So konnte ich auch noch einen Nachmittag länger ein All-inclusive-5-Sterne-Hotel geniessen, auch schön.

Jetzt bin ich krank, mir gehts schon wieder besser aber ich habe keine Lust zu schreiben. Die Fotos lade ich später hoch!

2 Kommentare:

Mama hat gesagt…

gute Besserung, meine liebe Anne!
Schön, dass wir gestern reden konnten, jetzt weiß ich wie es dir geht.
Liebe Grüße von Mama

Mimi hat gesagt…

Anne, das klingt nach Stress.
Aber auch nach Luxus und Abenteuer!
Privatflugzeug??!
Ich glaub an dich und du wirst sicherlich alle schwierigen Aufgaben bewältigen, sei es deine Arbeit oder der s.g. "interne Stress".
Du bist einfach zu optimistisch und großartig um dich von so etwas unterkriegen zu lassen. Trotzdem ist es sicherlich kein Zuckerschlecken.
Liebste Grüße Mimi <3